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Sophie  Witt
  • Dr. Sophie Witt
    Universität Zürich
    Deutsches Seminar
    Oberassistenz (SNF PRIMA)
    Schönberggasse 2
    8001 Zürich
  • +41 44 634 51 00
Gefördert mit einem PRIMA-Grant des Schweizerischen Nationalfonds: 1.2.2019 - 31.1.2024 *** https://www.ds.uzh.ch/de/projekte/psychosomatik.html*** _______________ Gegenstand des Projekts ist ein Überschneidungsbereich von... more
Gefördert mit einem PRIMA-Grant des Schweizerischen Nationalfonds: 1.2.2019 - 31.1.2024 *** https://www.ds.uzh.ch/de/projekte/psychosomatik.html***

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Gegenstand des Projekts ist ein Überschneidungsbereich von Drama/Theater/Theatertheorie und Medizin: Während sich die Selbstbeschreibung der Psychosomatik als medizinischer Fachdisziplin bis heute vielfach der Theatermetaphorik bedient – gefragt wird etwa nach „Körperrepräsentanzen“ und „Inszenierungen“ auf Seiten der Patienten, aber auch nach den „Szenen“ der Übertragung und Gegenübertragung sowie dem „szenischen Verstehen“ innerhalb der Therapie –, beruft sich umgekehrt die Tragödie seit der Antike auf Affekte, also auf jene zumeist heftigen Gemütserregungen, die als ganzheitliche psychophysische Gestimmtheit definiert werden können. Das Habilitationsprojekt nimmt diese Überschneidung zum Ausgangspunkt einer historischen und systematischen Untersuchung des Zusammenhangs zwischen dem Psychosomatischen und dem Theatralen.

/// Während sich Psychosomatik erst im 20. Jahrhundert als medizinische Fachdisziplin etabliert, hat sie eine deutlich längere Faszinationsgeschichte. Seit dem 18. Jahrhundert wird die Lehre von den Wechselwirkungen zwischen körperlichen, seelischen und sozialen Prozessen und die Suche nach einem „ganzheitlichen“ Zugang zum Menschen in der Literatur, besonders im Bereich des Dramas und Theaters sowie der Dramen und Theatertheorie verhandelt. Während des 19. Jahrhunderts kommt es zur „Psychiatrisierung“ dieses Wissens und damit zur Abspaltung der Sphäre der naturwissenschaftlich ausgerichteten Medizin, bevor ab um 1900 wieder verstärkt Bestreben nach „Ganzheitlichkeit“ und psychophysischer Integration in den
Fokus rücken.

/// An literarischen und medizinischen Texten wird untersucht, inwiefern Psychosomatik außerhalb der modernen, rein naturwissenschaftlichen Medizin agiert bzw. in spezifischer Weise den Überschneidungsbereich von Natur- und Geisteswissenschaften reflektiert und damit an die alte Verbindung von Medizin und Semiotik/Zeichenlehre anknüpft. Die Affinität von Ästhetik/Poetik und Medizin ist damit nicht nur historischer, sondern vor allem systematischer Natur: Psychosomatik hat es mit Darstellungslogiken zu tun, fragt nicht nur nach den Repräsentationen, sondern nach den wechselseitigen Konstruktionen und Lektüren der Sphären des Somatischen und des Psychischen. Die Figur der Schauspieler*in und die ihr eigenen Körperzeichen, so die Ausgangshypothese, stellen exemplarisch das Verhältnis von Soma und Psyche zur Debatte sowie das Theater und seine Rezeptionssituation ein exemplarisches Modell bieten, das Verhältnis von Körper und Beobachtung, Affekt und Wissen zu reflektieren.

Erkenntnisziele: Aus wissens- und kulturgeschichtlicher Perspektive geht es dem Projekt um die Faszination und Genealogie dieser doppelnaturigen“ Psychosomatik; aus wissenstheoretischer Perspektive wird nach den disziplinären Gegenstandsbereichen und den transdisziplinären Modi affektiven und verkörperten Wissens gefragt; aus literatur- und darstellungstheoretischer Perspektive geht es um den Mehrwert einer praxeologischen und materialen Aisthesis.
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»I realise – none too soon – that the scenic method is my absolute, my imperative, my only salvation«, so der US-amerikanisch-britische Romancier und Kritiker Henry James. Dieses leidenschaftliche Bekenntnis zum Szenischen und James'... more
»I realise – none too soon – that the scenic method is my absolute, my imperative, my only salvation«, so der US-amerikanisch-britische Romancier und Kritiker Henry James. Dieses leidenschaftliche Bekenntnis zum Szenischen und James' liaisons dangereuses mit dem modernen Roman sind Aufhänger der komparatistischen Studie von Sophie Witt, die James' Romane als Kristallisationspunkt einer Romangeschichte und -theorie setzt, in der die theatrale Szene als Schauplatz der Konstituierung und als Reflexion auf die natürliche und symbolische Dimension der Gattung fungiert. Diese Theatralisierung generiert einen neuartigen und genuin kulturwissenschaftlichen Typus von Theorie und Wissen, der in der Konstellation von Psychoanalyse und Theatralität, im Schwellenbereich von Natur- und Kulturgeschichte untersucht wird.
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Mit der Frage nach Körper/Zeichen werden die großen Frontstellungen des abendländischen Denkens aufgerufen: Körper und Sprache, Soma und Psyche, Sexus und Ratio, Natur und Kultur. Zugleich wird deren oft behauptete Dualität diskutabel,... more
Mit der Frage nach Körper/Zeichen werden die großen Frontstellungen des abendländischen Denkens aufgerufen: Körper und Sprache, Soma und Psyche, Sexus und Ratio, Natur und Kultur. Zugleich wird deren oft behauptete Dualität diskutabel, denn Körper und Zeichen sind ein paradoxes double: zugleich Zeichen des Körpers und Körper der Zeichen, listig verbündet und tragisch aneinandergekettet. Das Heft fragt aus philosophischer, soziologischer, literatur- und theaterwissenschaftlicher, rechtstheoretischer, medizinischer und künstlerischer Perspektive nach diesem Spannungsfeld: In welchen Kontexten und mit welchem Begehren werden Körper zu Zeichen (gemacht) und welche Medialisierungen und Lektüren gehen damit einher? Welche Korporalität bringen die unterschiedlichen Prozesse der Signifikation mit sich? Aber auch: Was macht der Körper, wo er aufgerufen ist, mit den Ordnungen des Wissens und Darstellens? Die Beiträge von Veronika Darian, John Hamilton, Vicki Kirby, Jürgen Klauke, Joachim Küchenhoff, Barbara N. Nagel, Theater Marie, Caroline Torra-Mattenklott und Eyal Weizman gehen solchen Szenen der Signifikation und der Verkörperung nach.
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Als wertsetzende Unterscheidung zum einen und immer wieder vollzogene Praxis zum anderen gehört ›Kritik‹ zu einem der zentralen Begriffe und Verfahrensweisen, die in Philosophie, Kultur- und Literaturwissenschaft mit verschiedenen... more
Als wertsetzende Unterscheidung zum einen und immer wieder vollzogene Praxis zum anderen gehört ›Kritik‹ zu einem der zentralen Begriffe und Verfahrensweisen, die in Philosophie, Kultur- und Literaturwissenschaft mit verschiedenen Disziplinen und Disziplinierungen zu tun haben. Der Band verbindet die für Kritik kanonisch gewordene, unter- und entscheidende Frage nach dem ›Was‹ mit den Fragen nach dem ›Wie‹ oder dem ›Wovon‹. Aus diesem Grund ist der Versuchung zu widerstehen, Kritik auf das Urteil(en) zu beschränken und ihre verschiedenen Einsätze mit der Vielfalt der Gegenstände, die einer Beurteilung bedürfen, zu verwechseln. Mit dem Gegen/Stand hat Kritik im engeren Sinne nach den unterschiedlichsten Voraussetzungen ihres eigenen Urteilens zu fragen.
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Ever since the Enlightenment, attempts to conceptualize "life" have been haunted by the figure of the undead, that which puts the border between "living" and "dead" into question. The articles collected in this volume examine the various... more
Ever since the Enlightenment, attempts to conceptualize "life" have been haunted by the figure of the undead, that which puts the border between "living" and "dead" into question. The articles collected in this volume examine the various literary, medial, philosophical, and political formations in which the figure of the undead appears. If modernity is characterized by an emphasis on the idea of life and a correspondingly changed relationship to death, what is threatening becomes less the finitude of life than an excess of life beyond life: the paradoxical inability to die, the undead's troubling reappearance in the world of the living. As uncanny in-between-beings, the undead thus point to a form of existence that cannot be integrated into social and cultural reality, yet at the same time troubles and subverts this reality. This book thus explores the figure of the undead in both its privative and constitutive dimensions, in order to discover the challenge it poses to contemporary thought.


Seit der Aufklärung werden Versuche, das Leben auf den Begriff zu bringen, von Figuren des Untoten heimgesucht, die die Grenze zwischen »lebendig« und »tot« infrage stellen. Die hier versammelten Beiträge widmen sich literarischen, medialen, philosophischen und politischen Formationen, in denen das Untote Gestalt annimmt. Kennzeichnend für die Moderne ist eine Emphase des Lebens und ein verändertes Verhältnis zum Tod. Bedrohlich erscheint weniger die Endlichkeit des Lebens, als vielmehr sein Exzess über den Tod hinaus: die paradoxe Unfähigkeit der Toten zu sterben, ihr verstörendes Auftauchen in der Welt der Lebenden. Als unheimliche Zwischenwesen verweisen die Untoten auf eine Dimension des Daseins, die in die soziale und kulturelle Realität nicht integrierbar ist, sie aber mit Insistenz heimsucht und untergräbt. Der vorliegende Band lotet den Topos des Untoten in seiner privativen ebenso wie in seiner konstitutiven Dimension aus, um seine Herausforderung für das gegenwärtige Denken zu erkunden.
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Robert Walser bezeichnet seinen kurzen Text "Wilhelm Tell" (1927) als Essay und wird damit eine ganze Tradition von Tell-Dichtungen im 20. und 21. Jahrhundert prägen. Was hat es mit dieser Affinität von Essayismus und Tell-Diskurs auf... more
Robert Walser bezeichnet seinen kurzen Text "Wilhelm Tell" (1927) als Essay und wird damit eine ganze Tradition von Tell-Dichtungen im 20. und 21. Jahrhundert prägen. Was hat es mit dieser Affinität von Essayismus und Tell-Diskurs auf sich und was sagt dies über die ‚eigene Sache‘ der Literatur aus der Schweiz? Mindestens wenn es um den Tell-Diskurs geht, scheint diese ‚eigene Sache‘ potenziell auf eine mehrfache Situierung hinzuweisen, auf literarische wie politische ‚Heimat‘ zu reflektieren – selbst dann, wenn sie diese kritisch von der Hand weist oder hybridisierend umdeutet. Unter dem Stichwort ‚Schreiben am Mythos‘ stehen daher nicht nur die Imaginationen von Wilhelm Tell und der Schweiz zur Debatte, sondern auch die Art und Weise, in der Literatur sich überhaupt zur (nationalen) ‚Beheimatung‘ als einer ‚eigenen Sache‘ verhält. Der Text schlägt Essayismus als er- und um-schreibenden Gestus vor und damit als privilegierte Schreibweise für dieses selbstreflexive – und zunehmend: transnationale – Unterfangen. Dessen Ausprägungen werden anhand von vier Autor*innen aus der Schweiz diskutiert – Robert Walser, Max Frisch, Gertrud Leutenegger und Annette Hug.

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Robert Walser refers to his short text Wilhelm Tell (1927) as an essay and will thus form a whole tradition of Tell-literature in the 20th and 21st centuries. What is it about this affinity of essayism and Tell-discourse and what does that say about the case of Swiss Literature (in its own right)? At least when it comes to Wilhelm Tell, two different things seem to be at stake: the question of literary as well as ‘national homeland’ – even if it is critically rejected or hybridized. Thus, ‘Writing the Myth’ not only refers to the imaginations of Wilhelm Tell and Switzerland, but also questions if and how literature reflects on its ‘national’ foundation. My text discusses essayism as a specific écriture of this self-reflexive – and more and more: transnational – endeavor. Its characteristics are examined with four authors from Switzerland – Robert Walser, Max Frisch, Gertrud Leutenegger and Annette Hug.
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Kritik scheint im emphatischen Sinne nur dann vorzuliegen, wenn nicht aus einem schon gegebenen und unverrückbaren Stand heraus geurteilt wird, sondern wenn der Akt des Kritisierens und die Bedingungen des Urteilens in eine Relation... more
Kritik scheint im emphatischen Sinne nur dann vorzuliegen, wenn nicht aus einem schon gegebenen und unverrückbaren Stand heraus geurteilt wird, sondern wenn der Akt des Kritisierens und die Bedingungen des Urteilens in eine Relation zueinander treten. Mit der Rede vom Standort ist daher nicht etwa eine einmalige Verortung oder finale Positionierung gemeint, die Kritiker und Gegenstand nach der Art von Betrachter und Bild anordnen. Entscheidend ist vielmehr, wie Sophie Witt in ihrem Beitrag entwickelt, eine dem Akt der Kritik eigene Theatralität, welche die räumlichen Prozesse von An- und Umordnungen in den Blick rückt. Die Verstandortungen werden in eine prozessuale Logik überführt, sodass sich Kritik in bühnen-artigen, raum-zeitlichen Positionierungen konstituiert, in Stellungnahmen und vor allem Platzwechseln.
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20. September 2018 – 21. September 2018: "Verkörpertes Wissen – revisited" // Eine Veranstaltung des Ludwik Fleck Zentrums in Kooperation mit dem Zentrum «Geschichte des Wissens» und dessen AG Medical Humanities // Organisiert... more
20. September 2018  –  21. September 2018: "Verkörpertes Wissen – revisited" //

Eine Veranstaltung des Ludwik Fleck Zentrums in Kooperation mit dem Zentrum «Geschichte des Wissens» und dessen AG Medical Humanities //

Organisiert von: Dr. Sophie Witt und PD. Dr. Hartmut v. Sass //

Mit: Dr. Gerko Egert, Dr. Joerg Fingerhut, Prof. Dr. Céline Kaiser, Dr. Michael Penkler, Dr. Mai Wegener, Prof. Dr. Markus Wild, PD Dr. Bettina Bock von Wülfingen, Prof. Dr. Bettina Wuttig //

Die Rede von Embodied Knowledge – von einem Wissen, das an einen Körper gebunden ist – hat seit den 1980er Jahren eine Reihe von wissenstheoretischen Zugriffen und wissenschaftshistorischen Forschungsfeldern geprägt: Von der (Technik-)Philosophie über die Robotik bis hin zu den Kognitions- und Neurowissenschaften und die daran anschliessende Psychologie und Soziologie. Im Anschluss an Michael Polanyi wurde von der Implizitheit des Wissens ausgegangen, also von einem Wissen, das zu Teilen unbewusst und als solches sozial und kulturell vorstrukturiert ist. Während also embodiment tendenziell einen Körper voraussetzt, der – durch Macht, Gesellschaft oder Wirklichkeit – nachträglich geprägt wird, stellen jüngeren Ansätze – z.B. unter dem Schlagwort des «Körperwissens» oder der «Somatisierung» – den Vorgang der Verkörperung in den Fokus, d. h. sie fragen, wie «Körper» allererst generiert werden und welche diskursiven, vor allem aber auch performativen und materiellen Praktiken und Eigenlogiken damit im Zusammenhang stehen.

«Verkörpertes Wissen – revisited» will eine kritische Sondierung grundlegender Positionen und aktueller Debatten vornehmen und die Frage nach Verkörperung an gegenwärtige Forschungsfelder der Geistes- und Sozialwissenschaften anbinden. //

Collegium Helveticum
Schmelzbergstrasse 25
8006 Zürich
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The novel and its theory (its modes of imbedded knowledge, including that of itself) challenge the organization of literature, the rhetorical order of genres and its prescriptive aims in "Regelpoetiken". For with the invention of the... more
The novel and its theory (its modes of imbedded knowledge, including that of itself) challenge the organization of literature, the rhetorical order of genres and its prescriptive aims in "Regelpoetiken". For with the invention of the novel in the eighteenth century a new type of theory and of the relation between theory and practice comes into being. My paper intends to investigate this new type of theory by reading early theoretical texts of the 18th century such as Blanckenburg’s "Versuch über den Roman" as well as texts by J. W. v. Goethe and Johann Jakob Engel. How does the (theory of the) novel position itself against the theater/the dramatic or scenic while at the same time depending on the notion of the theatrical? (See Blanckenburg’s extensive commentary on Shakespeare). In my paper I aim to show how the theoretical opens up oppositional/binary ways of thinking/writing and/or as a „detour“ best described in Haraway’s notion of the  „diffraction” of conceptual patterns.
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Both Brecht and Artaud are commonly labelled ‘anti-Aristotelian’ in regard to their anti-illusionist, anti-empathic, and anti-mimetic claims. Yet, in fact, both retain a close connection to ancient mimesis in the Platonian sense of a... more
Both Brecht and Artaud are commonly labelled ‘anti-Aristotelian’ in regard to their anti-illusionist, anti-empathic, and anti-mimetic claims. Yet, in fact, both retain a close connection to ancient mimesis in the Platonian sense of a theatricality which radically destabilizes ‘speaking in ones own person’ and its ‘not being alienated/doubled’. Hence, the following essay attempts to re-read (theater)theory in both authors as a scene where reliable knowledge and demarcation with regard to both subject matter and authorship are radically at stake. Thus, my reading aims to question Brecht in/and Asia as the methodological challenge of a quasi-intertextual ‘reading with…’. And yet the question of the two loci (here and there), which both authors engage in their attempt to delineate ‘the theater’, leads to the figure of metaphor that is meant to bring its subject before the eyes of the reader or spectator, whereas instead it in fact collapses the notion of the two ‘sites’ of its transference.
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